8. Woche

Sonntag, 16.11.2014

Die ist mein letzter Blogeintrag. Mein Praktikum ist vorbei, ich bin wieder in Berlin, es ist geschafft. Was ist der letzten Woche noch geschah:

Der Montag verlief recht unspektakulär. Am Dienstag war ich nochmal in Naxxar. Am Mittwoch ging es dann nach der Arbeit wieder zur 5 Sterne Fitness Lesson. Am Donnerstag war ich dann zum letzten Mal in Mosta arbeiten. Nachmittags war dann Sachen packen angesagt. Am Freitag ging es nach Paola. Dort musste ich dann nochmal hart arbeiten und Regale aufbauen. Immerhin hatten wir studentische Hilfskräfte als Unterstützung. Dann gab es noch Bücher als Geschenke, ein Abschlussessen mit meiner Gastfamilie und Samstag früh um 6 Uhr war ich dann schon am Flughafen und genau 7 Stunden später dann in Berlin geladendet.

Es ist schön wieder zu Hause zu sein.

Mein Leben auf Malta VIII: Fazit

Mittwoch, 12.11.2014

Was haben mir diese 8 Wochen Praktikum nun eigentlich gebracht? Fangen wir erstmal mit dem beruflichen Teil an.

Ich war mit meiner Arbeit super zufrieden. Die Kollegen waren super nett und die Arbeit hat Spaß gemacht. Aber soo viel gelernt habe ich ehrlich gesagt leider nicht. Meine Aufgaben beschränkten sich im Wesentlichen auf die Ausleihvorgänge, das Einsortieren und Ordnen der Bücher und auf das Verwalten der Datenbanken (Nutzerdatenbank und Druckdatenbank). Der wichtige Bereich der Beschaffung bzw. Neuerwerbung spielte leider gar keine Rolle. Das liegt aber schlicht daran, dass quasi keine neuen Bücher mehr angeschafft werden, weil das Geld dazu fehlt. Stattdessen gibt es Bücher über "modernes Webdesign" aus dem Jahre 2004. Taugt höchstens noch was für den Geschichtsunterricht. Beim Einrichten der Bibliothek in Gozo haben wir etwa ein Drittel der Bücher aussortiert, weil sie veraltet waren. Die wurden jetzt an das Gefängnis in Paola verschenkt, weil sonst keiner mehr was damit anfangen kann. Die technische Ausstattung lässt auch sehr zu wünschen übrig. Grundsätzlich arbeitet hier jeder Bibliothekar mit zwei Computern. Einen, auf dem die Daten der Studenten fürs Drucken gespeichert sind und der nicht ans Netzwerk angeschlossen ist, und einen der für alles da ist, wofür man ein Netzwerk braucht. Man ist stolz auf dieses Konzept, dass die Studentendaten dadurch so sicher machen soll. Ich denke eine moderne Einrichtung findet da andere Wege um Daten zu schützen, als auf den Netzwerkanschluss zu verzichten. Der Druck-Computer ist dann irgendwann kaputt gegangen, weil sich der Startknopf nicht mehr drücken ließ. Als dass Problem nach ein paar Tagen behoben war, ging ein Kabel kaputt, das beide Computer mit einem Monitor verbindet. Wenig später lief dann die Lizenz für die Drucksoftware aus und war nicht mehr zu benutzen. Scheinbar wird die Software nicht von der EU gefördert. Jedenfalls starteten wir daraufhin eine Petition und baten die Studenten sich persönlich beim Direktor zu beschweren. Letztendlich soll die Software nun in den nächsten Tagen wieder bestellt werden, immerhin hatten wir mit der Petition also Erfolg. Irgendwie hatte man also den Eindruck es geht hier alles den Bach runter. Veraltete Ausstattung und Materialien, keine funktionierende Technik und mangelhafte Software. Die Einrichtung der Bibliothek in Gozo hat auch nicht sehr viel gebracht. Sie ist alle zwei Wochen freitags geöffnet und sonst geschlossen. Geld für Personal hat man nicht. Das Sekretariat soll wohl an den anderen Freitagen die Bibliothek betreiben. Man hat mich gefragt ob ich nicht länger bleiben könne um dort zu arbeiten; als Praktikant natürlich. Nein Danke. Selbst wenn ich könnte und dafür bezahlt werden würde, ich würd‘s nicht machen.

Doch was hat mir mein Auslandaufenthalt sonst noch gebracht? Auf jeden Fall einen schönen langen Sommer, Baden an wunderschönen Stränden und im klaren, warmen Wasser. Schon alleine deshalb hat sich das gelohnt. Um beim Wetter zu bleiben fand ich auch das Unwetter am vergangenen Freitag und die Fährfahrt als Highlicht einer besonderen Art, die ich glaube ich so schnell nicht vergessen werde. Der Besuch des Fitness Center im Hilton Hotel, die Städte Mdina und Valletta, die Radtouren entlang der Küste und die Notte Bianca waren weitere Highlights. In meiner Gastfamilie habe ich mich auch super wohl gefühlt. Aber wie schon so oft geschrieben gibt es hier doch auch Vieles was abschreckt. Der Verkehr und die Busse, Straßenkatzen und Hunde, Dreck und Müll überall und schlechte Straßen.

Insgesamt aber bin ich froh dieses Praktikum gemacht zu haben. Es hat mir doch viele Erfahrungen gebracht und Einblicke in eine ganz andere Kultur gegeben. Auch wenn ich jetzt dem Abflug entgegenfiebere, werde ich am Samstag beim Abflug bestimmt denken: "Das war‘s jetzt. Vorbei - für immer. Schade ..." Für eine Woche Badeurlaub würde ich vielleicht wiederkommen, dauerhaft Leben könnte ich hier aber nicht.

7. Woche

Sonntag, 09.11.2014

Meine Zeit auf Malta neigt sich dem Ende. Noch eine Woche, dann geht es wieder nach Berlin. Ein ausführliches Fazit gibt es im letzten Teil meiner Reihe "Mein Leben auf Malta" im Laufe der Woche.

In der vergangenen Woche gab es aber nochmal ein ganz besonderes Highlight: Ein Besuch im Hilton Hotel und eine 5 Sterne Fitness Lesson. Wie ich dazu gekommen bin? Connections, connections, ... ;) Auf jeden Fall war das ein super Erlebnis und eine tolle Sache, auch wenn die folgenden Tage dann ziemlich vom Muskelkater geprägt waren.

Am Freitag ging es dann wieder mal nach Gozo, zum letzten Mal. Vorhergesagt war mal wieder ein starker Sturm und heftiger Regen, schon auf der Hinfahrt schaukelte es so doll, dass man sich selbst im Sitzen am fest verankerten Tisch festhalten musste, um nicht vom Stuhl zu fallen. Als wir dann nach der Arbeit gerade gehen wollten, kam uns auf dem Weg zum Auto eine Studentin entgegen, die noch ein paar Bücher zurückgeben wollte. Also wieder zurück in die Bib, Rechner nochmal hochfahren und die Bücher zurückbuchen. Dann sind wir endlich losgekommen. Der Himmel war dunkel, die Bäume wehten heftig im Wind. Es war ein kleiner Hurrikan im Anmarsch auf Malta und Gozo. Die Fähre war extrem voll; wir setzten uns nach draußen, dann ging es los. Schon nach wenigen Meter fing das Boot extrem an zu Schaukeln: hoch, runter, rechts, links. Doch irgendwie war es auch lustig. Als wir dann mit dem Auto weiter fuhren, kamen wir in so heftigen Regen, wie ich ihn bisher selten gesehen habe. Die Straßen standen komplett unter Wasser, Mauern waren eingestürzt und Schilder umgeweht. Als ich zu Hause ankam erfuhr ich dann in den Nachrichten, dass wir das letzte Boot von Gozo zurück bekommen haben und er Fährbetrieb vorrübergehend eingestellt wurde.

Am Wochenende war dann nicht mehr viel Besonderes passiert. Letzte Mal Einkaufen, Tage zählen, und verbleibende Zeit planen. Bald ist es soweit.

Mein Leben auf Malta VII: Ein Leben zwischen drei Kontinenten

Donnerstag, 06.11.2014

„Was ist eigentlich typisch für Malta?“, das wollte ich mal herauszufinden. Fangen wir mal mit der Sprache an. Maltesisch ist die einzige arabische Sprache mit lateinischen Buchstaben. Genauer gesagt eine "afroasiatische Sprache". Da zeigt sich schon, dass die Sprache quasi aus drei Kontinenten kommt: "afro-asiatisch" - Afrika und Asien, und die lateinische Buchstaben aus Europa. Und eigentlich ist diese Sprache tatsächlich ein Mix aus Vielen:

Guten Morgen - Bonjour (französisch)

Auf Wiedersehen - Ciao (italienisch)

extrem (teuer) - über (expensive) (deutsch)

Himmel - sema (türikisch)

Stadt - belt (arabisch)

Maltesisch ist also eigentlich ganz einfach: Man werfe einfach alle möglichen anderen Sprachen durcheinander und improvisiere. :)

Aber es ist nicht nur die Sprache, die "geklaut" ist. Wie schon mal letzte Woche erwähnt ist das Oktoberfest aus Deutschland "importiert". Typisch englisch sind Tee-Time, Englisch-Breakfast und die Schuluniform, was auf die lange Zeit als britische Kolonie zurückzuführen ist. Deshalb ist Englisch auch immer noch 2. Amtssprache.

Die maltesische Küche ist sehr von Italien geprägt: Pasta und Pizza sind sehr verbreitet. Ebenfalls aus Italien kommt das Fernsehen, zumindest einige Sender, weshalb viele Malteser auch italienisch Sprechen. Den Fahrstil haben sich die Malteser wahrscheinlich auch von den Italienern abgeschaut; es dann halt noch etwas übertrieben.

Die Landschaft erinnert mehr an Afrika. Ich war zwar noch nie dort, aber so trocken und staubig stelle ich es mir dort teilweise vor. Quasi keine Bäume und Wüsten-Vegetation. Seitdem die Trockenheit vorbei ist, wird es allerdings auch etwas grün - Frühling auf der Südhalbkugel.

Wie kommt es aber, dass Malta so multi-kulti ist? Der britische Einfluss stammt wie erwähnt aus der Kolonialzeit. Auch die Franzosen, Spanier und Deutsche waren im Laufe der Geschichte hier. Die Araber von 870 – 1090 und noch davor gehörte Malta zum römischen Reich. Und geografisch liegt Malta auch zwischen drei Kontinenten: Europa, Asien und Afrika.

6. Woche

Sonntag, 02.11.2014

Am Montag bekam ich "Gewitterfrei". Als es am Nachmittag draußen dunkel wurde und es anfing in der Ferne zu donnern, schickte mich mein Kollege nach Hause. Ich beeilte mich den ca. 1 km langen Fußweg möglichst schnell zu laufen, während hinter mir eine schwarze Wolkenfront heranzog. Kaum war ich dann zu Hause, gab es ein ordentliches Gewitter mit einer Menge Regen. Sogar drei Wasserhosen auf dem Meer gab es:

https://www.facebook.com/maltaweathersite/photos/a.114091385414248.21218.106523839504336/378872815602769/?type=1

https://www.facebook.com/maltaweathersite/photos/a.114091385414248.21218.106523839504336/378868158936568/?type=1

Der Rest der Arbeitswoche verlief ohne große Besonderheiten. Am Freitag ging es wieder nach Paola. Dort durfte ich dann geschätzte 1.000 Anmeldeformulare alphabetisch sortieren. Naja, war nicht so die tolle Aufgabe, aber der Tag ging dann auch irgendwie rum. Nachmittags kam dann noch ein neuer Mitbewohner aus Frankreich, der für 4 Wochen französisch an der Oberschule in Naxxar unterrichten wird.

Am Samstag war ich dann wahrscheinlich zum letzten Mal am Strand, in der Paradise Bay. Es war doch schon etwas frisch, aber trotzdem ganz schön. Sonntag war es dann etwas verregnet, da war das Wetter in Deutschland wahrscheinlich sogar schöner.

Mein Leben auf Malta VI: Was Malta und Deutschland verbindet

Mittwoch, 29.10.2014

"Wie geht es Angela?", das ist häufig eine der ersten Fragen, wenn jemand mitbekommt, dass ich aus Deutschland komme. Ich fand die Frage gerade am Anfang schon etwas komisch. Umgekehrt würde ich die Frage niemals stellen. Aber ich denke es sagt so Einiges aus. Malta ist stark abhängig von der EU und damit auch von den wirtschaftlich stärkeren EU Ländern, wie Deutschland. Hier in Malta wird alles Mögliche durch EU Fördermittel finanziert. Am deutlichsten ist das auf den Straßen zu sehen. Fast jede gut ausgebaute Straße ist mit einem Schild versehen: "Der Ausbau wurde finanziert durch Fördermittel der EU". Ähnliche Schilder findet man dann auf renovierten Gebäuden. Auch das MCAST, die Bibliothek und sogar die neueren Computer tragen solche Schilder. Ohne die Unterstützung der EU und damit auch durch Deutschland sehe es hier wohl ganz anders aus.

"Hast du dir schon die Geschenke der Deutschen angesehen?", ist dann gerne die nächste Frage, die mit einem Grinsen gestellt wird. "Welche Geschenke?" "Na zum Beispiel die Bombe im Dom von Mosta, oder das zerstörte Theater in Valletta." Ja, der 2. Weltkrieg ist tatsächlich ein Thema, auf das man immer wieder angesprochen wird, aber keineswegs vorwurfsvoll. Natürlich wissen die auch, wie wenig die heutige Generation mit dem Geschehen von damals zu tun hat. Übrigens: Die Geschichte der Bombe im Dom von Mosta ist tatsächlich ganz interessant: Am 9. April 1942 wurde eine Fliegerbombe auf den Dom abgeworfen in dem sich zu diesem Zeitpunkt rund 300 Menschen befanden. Wundersamer Weise explodierte die Bombe nicht und verletzte niemanden. Ein Duplikat ist deshalb im Dom ausgestellt.

"Ich liebe die deutschen Weihnachtsmärkte", sagte mir meine Gastmutter mal. So was gibt es hier gar nicht. Andere Dinge hat man hingegen aus Deutschland "importiert" - das Oktoberfest zum Beispiel, das hier gerne gefeiert wird und auch genauso heißt. Frankfurter Würstchen sind hier auch sehr bekannt. Eine andere Sache lässt sich aber leider nicht importieren, weshalb ich schon von mehreren gehört habe, dass sie unbedingt mal nach Deutschland wollen: Wald. Ja, so banal wie sich das für uns auch anhört, aber wer aus dem staubigen und trockenen Malta kommt, der würde gerne mal in einen richtigen Laubwald gehen.

 

5. Woche

Montag, 27.10.2014

Der Sommer ist vorbei! Bisher hatten wir hier jeden Tag 25° - 30°, super Badewetter also. Seit Dienstag haben wir hier nur noch 20° - 22°, also immer noch schön, aber nicht mehr so richtiges Strand-Wetter

Viel Besonderes ist in der letzten Woche nicht passiert. Montag, Mittwoch und Donnerstag war ich in Mosta, Dienstag in Naxxar. Am Freitag ging es dann nach Gozo.

Im Wetterbericht war für Freitag Windstärke 6 angekündigt und schon am Tag zuvor hatten wir starken Wind. Eine Studentin, die am Donnerstag von Gozo kam sagte uns, dass die Überfahrt mit der Fähre nicht sehr angenehm gewesen sei. Wir wagten es natürlich trotzdem. Und als das die Fähre dann aus dem Hafen rausfuhr schaukelte es tatsächlich ziemlich stark. rechts - links, hoch - runter. Diesmal schenkte man den Sicherheitsanweisungen auf den Monitoren sogar etwas Aufmerksamkeit. Doch sobald das Schiff gedreht hatte ging es erstaunlich ruhig. In Gozo selbst hatten wir eine Menge zu tun. Während mein Kollege in einem anderen Raum den neuen Studenten eine Einführung gab, musste ich alleine die Bibliothek übernehmen. Wegen des Wetters fiel das Baden auf Gozo nach der Arbeit diesmal leider aus.

Am Samstag habe ich dann meine zweite große Radtour auf der Sibit Route 2 gemacht. Von den Temperaturen her war es ganz angenehm, aber der Wind war noch recht stark.

Blick nach Gozo Steilküste am Dingli Cliff

Am Sonntag war das Wetter wieder recht schön und ich bin nach Valletta gefahren und einmal um die Stadt gelaufen.

 Valletta Dort bin ich in den letzten 5 Wochen überall gewesen (die Linien sind Fahrradtouren)

Mein Leben auf Malta V: Radfahren

Mittwoch, 22.10.2014

Viele Leute, die von meiner Sommer-Radtour durch England gehört haben, haben mich vor meinem Praktikum gefragt, ob ich denn auch mein Rad mit nach Malta nehmen würde. Nein, ich habe es nicht mitgenommen. Warum? Nun, in erster Linie aus Kostengründen - 200€ hätte mich der Flug für mein Fahrrad gekostet. Hinzu kommt das Risiko, dass etwas kaputt geht und noch dazu eignet sich Malta aufgrund der geringen Ausdehnung nicht für lange Strecken. Ich hatte mir vorgenommen mir hier ein gebrauchtes Rad zu kaufen und das am Ende vielleicht wieder zu verkaufen. Doch auch das konnte ich mir sparen, denn meine Gastfamilie hat ein Fahrrad, das ich hier jederzeit nutzen kann. Gut, es ist etwas klein, alles wackelt etwas und ist etwas ungewohnt, aber immerhin ist es bisher noch nicht auseinandergefallen. Ich nutze das Rad meist zur Arbeit, was dann nur 2 Minuten dauert oder zum Strand bzw. um sonst irgendwo hin zu kommen. Man ist damit immer schneller als mit dem Bus.

Allerdings ist das Radfahren hier nicht ganz ungefährlich. Schon bevor ich das erste Mal losgefahren bin wurde ich von meiner Gastfamilie gewarnt: "Pass gut auf, Radfahren ist hier nicht sehr verbreitet". Und es stimmt, man trifft relativ wenig Radfahrer, was eigentlich schade ist, da das Rad gerade hier, wo die Wege doch so kurz sind, ein super Fortbewegungsmittel wäre.

Als ich am Samstag meine Radtour gemacht habe wurde ich schon nach weniger als 5 Minuten aus einem Polizeiauto aus angesprochen, ob alles in Ordnung sei, oder ob ich Hilfe bräuchte. Das scheint hier also die offizielle Meinung zu sein: "Wenn jemand mit dem Rad unterwegs ist, dann stimmt was mit ihm nicht"!

Dabei gibt es hier 3 gute Radrundkurse, die in den letzten Jahren angelegt wurden. Nur scheint keiner etwas davon zu wissen. Ich bin bisher nur den ersten komplett gefahren, will die anderen Beiden aber auch noch ausprobieren, weil mir dieser sehr gut gefallen hat. Auf ruhigen Straßen kommt man an interessanten Orten vorbei. Hier ist eine kleine Bild-Beschreibung der Strecke der "Sibit Route 1":

Karte mit den Fahrradrouten auf Malta und Gozo Start zwischen Rabat und Mdina Routenbeschilderung auf solchen Straßen fährt es sich super Wald Dingli Cliff Dingli Cliff Steinbruch typisch maltesische Straße Baden in der Blue Grotto

Um das Radfahren auf Malta populärer zu machen ist die Politik hier gefragt. Durch die Einrichtung von Radwegen und Radfahrstreifen würde man nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch die Straßen. Es wäre ein guter Ansatz um das Problem des ewigen Staus zu lösen, denn sehr weit sind die Wege hier ja nicht. Doch erst letzte Woche hat sich der Verkehrsminister zu Vorwürfen über die ständig verstopften Straßen geäußert und ablehnend behauptet, es gäbe keine Staus. Mit dieser Einstellung braucht man auch nichts zu verbessern.

4. Woche

Sonntag, 19.10.2014

Diese Woche war ich jeden Tag in Paola, am zentralen MCAST-Standort. Dort war ich am Anfang der Woche vor allem mit dem Einsortieren von Büchern beschäftigt. Im zweiten Teil der Woche war ich dann nur noch am Nutzerdaten verwalten - vorhandenen Daten überprüfen und neue Nutzer anlegen. Zugegeben: keine besonders spannende und abwechslungsreiche Arbeit, aber was solls.

Weil ich von der Arbeit in Paola nach Mosta bis zu 3 Stunden nach Hause brauche, habe ich unter der Woche kaum Zeit noch etwas zu unternehmen. Ich war zwar nochmal kurz in Valletta, habe sonst aber auch nicht viel gemacht. Außer am Freitag, da war ich nach der Arbeit dann noch in Marsaxlokk, ganz im Süd-Osten der Insel. Ist ein recht schöner Ort, aber auch nicht so viel los.

Marsaxlokk

Am Samstag habe ich dann eine Radtour untergenommen. Dabei kam in u.a. durch einen kleinen Wald (auf Malta gibt es nur zwei Waldgebiete, die nicht sehr groß sind), war am Dingli Cliff, einer Steilküste im Süden und zwischendurch natürlich noch im Wasser Baden. Die Strecke ließ sich sogar relativ gut fahren. Mehr dazu werde ich dann im Laufe der Woche in einem separaten Blogbeitrag berichten.

Maltesischer Wald Dingli Cliff Baden an der Südküste

Am Sonntag ging es dann einfach nur an den Strand und zwar in die Armier Bay. Die Bucht gefiel mir nicht so gut, es war recht voll und das Wasser war jetzt nicht das Schönste. War aber trotzdem ganz nett. Übrigens: Nun habe ich 4 von 8 Wochen rum und damit Halbzeit. Ich werds hier auch durchaus nochmal 4 Wochen aushalten, es ist aber schon ganz gut, dass ein Ende in Sicht ist.

Mein Leben auf Malta IV: Sicherheit

Mittwoch, 15.10.2014

Aus Deutschland bin ich es gewöhnt, dass man auf hohe Sicherheit wert legt und sich eigentlich (zu mindest fast) jeder an die Regeln hält. Hier ist das so ein bisschen anders ...

Das fängt zum Beispiel im Straßenverkehr an. Jetzt will ich nicht schon wieder von der rasanten Fahrweise und dem schlechten Bussystem erzählen. Ich finde es aber sehr merkwürdig, dass man bei einer solchen Fahrweise dann nicht wenigstens auf die Sicherheit im Auto, also zum Beispiel das Anschnallen achtet. Das fiel mir schon auf als mich meine Gastfamilie vom Flughafen abholte. Der 5-jährige Sohn hat weder einen Kindersitz, noch muss er sich im Auto anschnallen. Einerseits wird die Sicherheit so vernachlässigt, andererseits wollen seine Eltern aber nicht, dass er mit dem Schulbus fährt, weil ihnen das zu gefährlich ist. Übrigens: neulich saßen wir  zu acht in einem Fünfsitzer Auto - weiß gar nicht mehr, wie wir das gemacht haben. :)

Als ich mal bei der Arbeit Akten Schreddern musste und der Schredder mal wieder streikte, half der Kollege etwas nach, indem er mit der Hand in den noch eingeschalteten Schredder fasste. "Kein Wunder dass er an der einen Hand nur noch 2 Finger hat", dachte ich, doch später erklärte er mir, dass das einen anderen Grund habe.

Als wir nach der ersten Woche bei einer Flugvorführung waren, war ich etwas überrascht, wie tief die Jets über unseren Köpfen lang sausten. In Deutschland wäre das sicher nicht erlaubt gewesen, hier ist das aber kein Problem. Zum Glück ist ja aber nichts passiert und beeindruckend war das natürlich schon die Flieger so nah zu sehen.

In meiner bisherigen Zeit hier habe ich zwar schon mehrere Brände, aber noch nie ein Feuerwehrauto gesehen. Außer einmal - ein Ausstellungsfahrzeug auf der Notte Bianca. Vielleicht ist das auch der Grund, warum hier alle so gut mit Feuerlöschern ausgestattet sind. In der Küche hängt auch meist noch eine Löschdecke.

Ein anderer Aspekt der Sicherheit ist natürlich noch der der Kriminalität. Und da muss ich sagen sieht es hier sogar mal ganz gut aus. Fenster werden hier grundsätzlich immer offen gelassen und Türen nicht abgeschlossen. Am Strand kann man ohne große Sorge seine Sachen unbeaufsichtigt liegen lassen. Die geringe Kriminalität ist sicher auch durch die Insellage begünstigt. Ein gestohlenes Auto könnte man zum Beispiel auf der Insel gar nicht benutzen.

Ach, da ist ja noch was, das mit Sicherheit zu tun hat: Als ich das erste Mal meinen Balkon betrat, ist es mir schon aufgefallen – in Arm-Reichweite hängen dort mehrere Starkstromkabel. Mein Sicherheitsexperte – vielen Dank an Fabi ;) – gab aber Entwarnung, die seien wohl entweder Plus oder Minus … Jedenfalls könne da wohl nichts passieren. Ausprobiert habe ich es trotzdem noch nicht.

Stromkabel direkt über meinem Balkon

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